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Artikel & Infos rund um den Hund

Die Artikel sind alle von mir. Wenn Ihr den einen oder anderen übernehmen wollt, so meldet Euch bei mir. 

Ulrike Geng

Überlegungen für ein funktionierendes Miteinander

 

Wenn ein Hund einzieht, ändert sich von heute auf morgen das gesamte Leben. Nichts ist mehr wie früher. Ob nun der Vierbeiner wohlüberlegt oder rein zufällig ins Haus kam, sehr schnell wird klar ohne Ordnung geht es nicht. Nun wird zusammengetragen was der Hund alles können muss, was er darf und was nicht, in welchen Situationen er sich wie zu beneh-men hat und vieles mehr. Möglichst schnell, da man ja eh immer im Stress ist, soll der Hund das 1x1 der Hundeerziehung lernen und die Kommandos stets artig befolgen.  

 

Unsere vierbeinigen Gefährten müssen viele unhundliche Aufgaben in ihrem Leben bewältigen, Aufgaben die nicht ihrem Naturell entsprechen. Es liegt in unserer Verantwortung ihnen diese fair und geduldig zu vermitteln und sie in unserer zivilisierten Welt immer noch Hund sein zu lassen. 

 

Was liegt nun nicht im Naturell der Hunde? Welche Erwartungen sollen sie ohne Murren erfüllen? Da wäre zum Beispiel die Leinenführigkeit. Haben wir schon einmal gesehen oder davon gehört, dass ein Tier einen Artgenossen angeleint durch die Gegend führt? Unhundlich ist auch einfach mal nicht über die Straße zum Artgenossen zu laufen, diesen nicht zu beachten, nicht zu grüßen, eben aus hundlicher Sicht asozial zu sein. Auch das von uns gewünschte Begrüßungszeremoniell ist so ganz anders. Hunde begrüßen sich untereinander durch Schnauzenkontakte. Unsere Schnauze liegt nun aber ziemlich weit oben im Gesicht. Der Hund kommt dort nur hin, wenn er springt. Würden wir auf allen Vieren kriechen, bräuchte er kaum hochzuspringen. Da wir weder das Eine noch das Andere wollen, muss der Hund umlernen.

 

Unhundlich ist auch der ganze Aufwand den wir mit unseren Vierbeinern veranstalten.  Hierin fahren, dorthin fahren, jene Veranstaltung aufsuchen, quer durch den Hauptbahnhof marschieren um die Oma vom Zug abzuholen. Ebenso sieht man sie regelmäßig auf Volksfesten, Wochenmärkten und in Kaufhäusern. Und der Hund soll immer schön artig sein. Ist denn wirklich alles notwendig, muss unser Freund fürs Leben denn immer dabei sein?

 

Krank durch Stress - dies ist mittlerweile auch ein Thema für unsere Hunde geworden. Ob nun Magen- Darmerkrankungen, Haarausfall, Appetitlosigkeit oder innere Unruhe, die Liste ließe sich lange fortsetzen. Wenn der Hund dann auch noch unangenehm auffällt wird oft eine Verhaltensauffälligkeit diagnostiziert und dementsprechend therapiert. Vielleicht ist der Hund schlicht und ergreifend einfach nur total gestresst oder genervt?

  Wie reagieren wir, wenn wir gestresst sind? Ruhig und entspannt, mit einem Lächeln auf den Lippen? Oder fauchen wir unsere Lieben doch recht unwirsch an, wenn wir genervt von der Arbeit und ohnehin schon zu spät durch den Berufsverkehr, endlich nach Hause kommen und mit der obligatorischen Frage „Schatz, was gibt es denn heute Abend zu essen?“ in der Tür empfangen werden.

 

Soll dies nun heißen ich darf mit meinem Hund nichts mehr erleben, nicht mehr fortgehen, nicht mehr in den Urlaub fahren? Nein, das nicht, aber wir sollten wirklich überlegen was wir unseren Hunden zumuten.  Ist das noch fair was wir vom Hund erwarten. 

 

Es liegt in unserer Verantwortung  dafür zu sorgen, dass es uns, der Familie, dem Team gut geht. 

Der Hundebademantel

 

Was bin ich froh, dass es diese Teile gibt. Wenn ich nur daran zurückdenke, wie wir vorher mit Handtüchern hantiert haben. Meist gab es über kurz oder lang einen müffelnden Haufen an ausgedienten Dusch- und Badehandtüchern halbiert und in allen möglichen Farben. Jedes Mal waschen wollte man sie auch nicht, aber zur normalen Wäsche zum Trocknen aufhängen ebenso wenig. So entstand in Haustürnähe die unschöne und müffelnde Ansammlung der „Hundehandtücher“. Kam man nach einem Regenspaziergang zurück und trocknete den Hund ab, so war er zwar oberflächig von Dreck und Nässe befreit, jedoch nach dem ersten Schütteln merkte man sehr schnell, was da tatsächlich noch im Hund steckte.

 

Durch den Hundebademantel kann man jetzt sehr entspannt seinen Hund in den gesamten Wohnbereich mitnehmen ohne in Sorge zu sein, dass binnen kurzem dieser wie eine Indoor-Waldlandschaft mit Feuchtbiotopen aussieht und riecht.

Der Hundebademantel ist mir auch sehr willkommen, wenn wir beim Baden waren, der Hund noch nass und wir anschließend noch irgendwo einkehren wollen. Im Biergarten, auf der Sonnenterrasse ist es ja nicht schlimm, aber ehrlich in geschlossenen Wirtsstuben einen nassen Hund mit hinein zu nehmen ist nicht nett. Auf meinen Hundewanderungen habe ich ebenfalls nur Positives feststellen dürfen. Die Gastwirte bei denen wir untergebracht waren, fanden es richtig toll und sehr rücksichtsvoll, wenn wir bei Regen bzw. wenn die Hunde noch nass vom Baden waren mit diesen nicht einfach so durch das Hotel liefen, bzw. die Fellnasen sich nass im Zimmer aufhielten.   

 

Wichtig bei einem Hundebademantel ist, dass er so großzügig geschnitten ist, dass der Hund noch Bewegungsfreiheit hat und sich vor allem auch bequem hinlegen kann, er aber nicht so schlottert, dass der Hund sich darin verheddert. Man sollte ebenso darauf achten, dass ein ausreichender Bauchlatz vorhanden ist, damit die Unterseite vom Hund auch abgedeckt ist. Ein Kragen der weit genug ist, damit der Hund sich noch wohl fühlt, den man aber auch bequem bis zu den Ohren hochklappen kann, ohne dass er ständig zurückfällt. Ich bevorzuge Frottee-Bademäntel aus reiner Baumwolle, die kann man super gut waschen und werden von den Hunden gerne getragen. Auch ein statisches Aufladen findet dadurch nicht statt.

 

Ich habe auch bislang festgestellt, dass bei der richtigen Größe, dem richtigen Material und Schnitt die Hunde sich in ihren Bademänteln sehr wohl fühlen.

 

Mein Fazit, ob Daheim oder Unterwegs, im Auto, Wohnmobil oder Hotel ein Hundebademantel ist ein Utensil, dass seine Daseinsberechtigung absolut erfüllt und in meinem Hundehaushalt nicht mehr wegzudenken ist.

Aufrüstung oder Ausrüstung

 

Der Markt an Trainings- und Ausrüstungsutensilien im Hundebereich ist umfangreich. Es gibt viel überflüssiges und einiges richtig sinnvolles. Da gilt es ganz genau hinzuschauen und zu prüfen, ob das jeweilige Teil wirklich geeignet ist, den Hund eher ängstigt, oder ihm eventuell sogar Schmerzen zufügt. 

 

Wenn es um Erziehung und den Aufbau der Grundlagen geht, rate ich meinen Kunden: Je weniger desto besser. Warum? Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht von Ausbildungs- oder Hilfsmitteln abhängig machen.

 

Nehmen wir an, wir verwenden eine Hundepfeife um unseren Hund zurück zu holen. Was machen wir, wenn wir die Pfeife unterwegs verlieren. Oder der Hund kommt nur, wenn er Gutti XY erhält. Was, wenn diese unterwegs ausgehen? Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen, es fallen aber doch des Öfteren Sätze wie: „Das geht jetzt nicht, weil ich .... nicht dabei habe.“ oder „Wenn ich den Quietscheball nehme, kommt er immer.“ 

 

Natürlich macht es auch einfach Spaß etwas auszuprobieren, zu schauen wie das neue Teil in der Praxis besteht. Was kann man damit anfangen, wo einbringen, findet das mein Hund toll oder doch eher doof. Das mache ich auch gerne. 

 

Geht es jedoch um die Basis, dann arbeite ich mit so wenig Hilfsmitteln wie möglich. Ich als Person, der Hund und ein paar Gutties als zusätzliche Belohnung. Wenn ich den Rückruf aufbaue, möchte ich das mein Hund zu mir kommt weil ich das so möchte und nicht weil ich den Futterbeutel habe. Es geht um Erziehung, um die Bindung zum Hund und die Bindung des Hundes zu mir. Wenn wir mit den Hunden arbeiten, liegt der Schwerpunkt nicht auf den Hilfsmitteln sondern in dem Verhältnis Mensch-Hund und ihrer Kommunikation miteinander. Dadurch erhält der Mensch dem Hund gegenüber eine wesentlich höhere und intensivere Wertigkeit. So können Beide miteinander durchs Leben streifen. Mit Freude, aber auch mit einer tiefen Verbundenheit. Mensch und Hund lernen gemeinsam um zusamen zu leben. 

 

 

Halsband oder Brustgeschirr?

 

Hier scheiden sich die Geister. Die einen arbeiten nur über Halsband, andere nur über Brustgeschirr. Die clevere Wahl ist, der Hund kennt Halsband und Geschirr. Somit sind wir unabhängig. Es kann durchaus sein, dass ein Hund zeitweise kein Brustgeschirr tragen kann, weil er vielleicht eine Verletzung am Bauch hat, operiert wurde. Es gab auch schon Fellnasen, die haben es geschafft ihr Geschirr unterwegs zu verlieren.

Bei jungen Hunden, bzw. Hunden die noch nicht lange in ihrem neuen Zuhause sind rate ich in der ersten Zeit daheim ein Halsband anzulegen, falls man den Hund mal eben halten muss. Sei es, dass Besuch kommt, der Paketdienst klingelt und so den Neuling zurück halten kann, ohne großen Aufwand.

 

Wenn wir zum Essen gehen trägt mein Hund meist ein Halsband, damit sie sich bequemer hinlegen kann. Wenn wir jedoch raus gehen, sozusagen auf Tour, dann hat sie das Brustgeschirr an. Es ist einfach die bessere, die clevere Wahl. Gerade bei unseren Wanderungen kommt es immer wieder vor, dass ich den Hund stabilisieren muss, wenn wir z. B. über Felsen klettern oder an Engstellen vorbei kommen. Nicht wenige Hunde sind schon abgerutscht. Über ein Brustgeschirr kann ich den Hund sichern, ohne ihn zu würgen. Aber auch im normalen Straßenverkehr kommt es immer wieder vor, dass wir den Hund schnell zurück ziehen müssen. Viele Radfahrer heutzutage machen nicht mehr auf sich aufmerksam wenn sie von hinten heran kommen. Man hört sie nicht und dann muss man auch mal seinen Hund eben auf die Seite ziehen um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Bei einem Brustgeschirr kann ich schnell und gezielt zugreifen. Bei einem Halsband gelingt dies nicht immer. 

 

Auch das Gehen an der Leine ist über ein Brustgeschirr gesünder und angenehmer. Gerade für die Halswirbelsäule ist das Führen über ein Halsband schädlich. Da kann ein Hund noch so gut an der Leine gehen. Es kommt immer wieder mal vor, dass Zug entsteht, ein Ruck, das ist völlig normal. Blockaden und Verspannungen kommen nicht selten vor bei Hunden, die Halsbänder tragen. Bei einem korrekten Brustgeschirr passiert dies nicht. Die Auswahl ist heutzutage sehr groß und man muss ganz genau schauen, ob das jeweilige Brustgeschirr wirklich gut ist und auch das richtige für seinen Hund. 

 

Gerade bei Brustgeschirren fällt auf, dass diese oftmals nicht richtig sitzen. Auch beim Anziehen gibt es einige, die schon viel zu umständlich sind. Dies hat zur Folge, dass sie von den Hunden als Störfaktor angesehen werden und nicht mehr gerne getragen. Immer wieder sagen mir Kunden, dass ihr Hund das Brustgeschirr nicht mag. Wenn ich mir das Teil dann ansehe wundere ich mich in der Regel nicht. 

 

Es gibt viele Halsbänder und Brustgeschirre um für seinen Hund das passende zu finden. Wir müssen genau hinschauen, ob das jeweilige Geschirr für unseren Hund das Richtige ist. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass Halsbänder oder Brustgeschirre, die so konzipiert sind, dass sie dem Hund Schmerzen zufügen in meinen Augen absolut tierschutzrelevant sind. Dazu gehören jegliche Würge- und Stachelhalsbänder, Gliederketten, Brustgeschirre, die mit dünnen Schnüren unter den Achseln der Hund verlaufen und ähnliches „Folterwerkzeug“ mehr. Wer sich nicht sicher ist, lässt sich beraten.

Die Sache mit dem Sofa oder wie ist das denn bei Dir und Deinem Hund

 

Als Hundetrainer wird man ja immer wieder gefragt, wie man es denn selber so hält mit seinem Hund. 

 

Mein Hund soll natürlich folgen. Mein Schwerpunkt liegt in der Erziehung, das sind die Lebensregeln und entsprechend ausgerichtet sind auch die einzelnen Signale. Ziel ist es, dass mein Hund lernt, was er wann machen soll oder nicht und ich es ihm gar nicht mehr mitteilen muss. Wie weit dies immer gelang hing auch von meinen jeweiligen Hunden ab. Es sind nicht alle Hunde gleich und nicht jeder Lehrling wird später auch ein Meister seines Fachs. Es gab Hunde, denen ich sehr viel Freiraum gewähren konnte und Hunde, für die es besser war, wenn man ihnen einen engeren Rahmen setzte.

 

Brustgeschirr oder Halsband: Ich bevorzuge das Brustgeschirr, weil es einfach sicherer ist und der empfindliche Halsbereich des Hundes außen vor ist. Bei den Trainings bestehe ich auch bei meinen Kunden darauf, dass ihr Hund ein Brustgeschirr trägt. Den Einwand, die Hunde würden sich beim Spielen darin verfangen und verletzen kann ich nicht bestätigen. In den 20 Jahren, in denen ich als Trainer tätig bin habe ich diesen Fall noch nicht erlebt. Wenn wir jedoch z.B. zum Essen gehen oder eben mal kurz zum Pieseln raus, dann mache auch ich das Halsband dran. Daher ist es wichtig, dass mein Hund beides kennt.

 

Die Ernährung: Vor etwa 18 Jahren habe ich mit der Fleischfütterung begonnen und sie bislang keinen einzigen Tag bereut. Ich mache das ohne großen Aufwand. Es wird bei mir nicht bis ins kleinste Detail alles ausgerechnet und ich stehe auch nicht stundenlang in der Küche und schnipple und püriere und messe ab.

 

Impfungen: Selbstverständlich habe ich meine Hunde immer grundimmunisieren lassen. Danach erfolgt die routinemäßige Tollwutimpfung im Abstand von 3 Jahren, auch wenn man von einer lebenslangen Immunität ausgeht. 

 

Kastration: Meine Hunde waren und sind kastriert. Ich konnte in all den Jahren nicht beobachten, auch nicht bei meinen Kundenhunden, dass sich dadurch ihr Verhalten verschlechtert hätte oder durch die Kastration sich der Verstand aufgelöst hätte. Bei manchen Hunderassen kann es z.B. zu einer Inkontinenz bei den Hündinnen kommen oder das Fell ist nicht mehr so schön. Das Thema Kastration wird teilweise sehr heftig diskutiert. Interessanterweise findet diese Diskussion nicht statt, wenn es um Katzen geht. Ein Aufschrei, wenn ein Hund kastriert wird, aber wenn der Kater anfängt die Couch daheim zu markieren oder die rollige Kätzin einem die letzten Nerven raubt, dann ist ganz fix kastriert. 

 

Das Sofa: Auf einen bestimmten Teil des Sofas darf mein Hund liegen und rauf ohne vorher fragen zu müssen. Der andere Teil ist meiner. Das hat aber nichts mit Rangordnung zu tun, sondern schlicht und ergreifend damit, dass ich trotz aller Liebe zu meinem Hund nicht jedes Mal wie eine Fusselrolle aussehen möchte, wenn ich mich auf das Sofa lege. 

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Inh. Ulrike Geng

 

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